's Bienengeschäft | Imkereibedarf Schittenhelm
 

 
Shop

 
Willkommen zurück!
E-Mail-Adresse:
Passwort:

Passwort vergessen?


 
Informationen

 
Mehr über...

 
Neue Artikel

 
Bestseller
01.
Imkerbunddeckel mit Bienenkorb, TO 82
0,21 EUR
inkl. 20 % MwSt. zzgl. Versandkosten
02.
Imkerbundglas, 0,5 kg, TO 82-Mündung
0,49 EUR
inkl. 20 % MwSt. zzgl. Versandkosten
03.
Niederösterreich-Deckel, NÖ TO 82
0,21 EUR
inkl. 20 % MwSt. zzgl. Versandkosten
04.
Rähmchen genagelt, FZ
1,20 EUR
inkl. 20 % MwSt. zzgl. Versandkosten
05.
Imkerbundglas, 0,25 kg, TO 70-Mündung
0,46 EUR
inkl. 20 % MwSt. zzgl. Versandkosten
06.
Teelichtglas
0,30 EUR
inkl. 20 % MwSt. zzgl. Versandkosten
07.
Tropfverschluß
0,17 EUR
inkl. 20 % MwSt. zzgl. Versandkosten
08.
Teelichthülle Alu
0,05 EUR
inkl. 20 % MwSt. zzgl. Versandkosten
09.
Papiertasche braun, klein "natürlich Ö. Honig"
0,22 EUR
inkl. 20 % MwSt. zzgl. Versandkosten
10.
Deckel gold ohne Muster, TO 43
0,16 EUR
inkl. 20 % MwSt. zzgl. Versandkosten

 
 

Varroa Alternativbehandlung


Jedes Jahr kommen mit den ersten warmen Tagen gleichzeitig die Horrormeldungen über die Bienenverluste. Wenn die Sonne schön langsam beginnt, mehr Kraft zu entwickeln, sehen wir, wie viele Völker "aufgewacht" sind und wie viele Völker den Winter nicht überlebt haben.

Der Imker ist schnell versucht, eine Erklärung zu finden, dabei aber vom eigentlichen Problem abzulenken. Eine neue Virus-Erkrankung muss genau so herhalten, wie die Reinvasion der Varroa durch einen schlampigen Nachbarimker. Zu wenig Futter, keine Erklärung, das Behandlungs-Mittel ist wirkungslos, um nur einige weitere Beispiele zu nennen. Was ist aber das genaue Problem? Warum schaffen es bis zu 70% der Imker nicht, ihre Völker über den Winter zu bringen? Haben die alle plötzlich das Imkern verlernt?

Die Erklärung ist sehr simpel. Die Varroa stellt ein großes Problem dar und betrifft ohne Ausnahme jeden Imker. Ganz egal in welcher Bienenzeitung man etwas über die Varroa liest, es gibt mindestens so viele Meinungen, wie Artikel darüber. Jeder, der glaubt, das Gelbe vom Ei entdeckt zu haben, verpackt es in einen Zeitungsartikel, lobt und preist sein Mittel, schimpft über alles andere und trägt nur zur weiteren Verunsicherung der Imker bei. Ich möchte jetzt kein bestimmtes Mittel direkt ansprechen, aber die Untersuchungen zeigen, dass die wenigsten Mittel eine höhere Wirksamkeit als 60 % erreichen. Das ist nichts anderes als russisches Roulett und somit grober Unfug.
Ich bin der festen Überzeugung, dass uns auf Dauer weder die Chemie noch die Pharmaindustrie wirklich weiter helfen. Was ist also zu tun, wenn man seine Völker trotzdem behalten will?

Der Zufall kam mir zu Hilfe und ließ mich eine interessante Entdeckung machen. Vor einigen Jahren bat mich eine ältere Frau, die Bienenvölker ihres verstorbenen Mannes zu übernehmen. Ich holte mir also die Bienen und musste kurz darauf erfahren, dass in der Nähe des Imkers ein Faulbrutherd war. Um kein Risiko einzugehen sanierte ich Anfang August die Völker so, wie ich es in der Imkerschule gelernt habe. Ich kehrte also die Bienen ab, machte Kunstschwärme und setzte sie auf ihrem ursprünglichen Platz auf Mittelwände und begann sofort zu füttern. Es tat mir in der Seele weh, so spät im Bienenjahr die Brut zu vernichten. Sehr skeptisch beobachtete ich die Völker und sah, dass die Mittelwände innerhalb von drei Tagen ausgebaut waren. Die riesigen Brutflächen begeisterten mich und ließen jeglichen Zweifel am Überleben der Völker verschwinden.

Nach einer knappen Woche, als es noch keine verdeckelte Brut gab, beträufelte ich mit Bienenwohl. Das Gleiche tat ich Anfang Dezember, als es keine Brut mehr gab, um einer eventuellen Reinfektion vorzubeugen.
Im folgenden Frühjahr stellte ich fest, dass diese 17 Völker nicht nur überlebt haben, sondern mit Abstand stärker waren, als die restlichen 23, von denen es 6 nicht mehr gab.
Was war passiert? 80% der Varroa hält sich normaler Weise in der verdeckelten Brut auf und wurde von mir, gemeinsam mit der Brut vernichtet. Von den auf erwachsenen Bienen ansitzenden Varroen wurden ebenfalls viele durch die Kunstschwarmbildung heruntergebeutelt. Ich hatte somit einen Behandlungserfolg, der einer hervorragenden Ameisensäurebehandlung ebenbürtig war.

Natürlich ist diese Methode noch verbesserungswürdig, hat aber schon sehr viele Nachahmer, die seitdem ebenfalls keine Völkerverluste mehr zu beklagen haben. Der beste Zeitpunkt diese Behandlung durchzuführen ist gleichzeitig mit dem Abschleudern der Bienenvölker. Man kann hier nämlich mehrere Bearbeitungen mit einem Schlag erledigen: Erneuerung des Wabenbaus, letzte Revision im Bienenjahr, Honigentnahme, Herbstfütterung, Varroabehandlung, ...
Es ist unbedingt notwendig, rasch zu arbeiten (Räuberei-Gefahr), einen Stand an einem Tag komplett abzukehren (Reinfektion) und die Brutwaben entweder sofort zu schwefeln oder noch am gleichen Tag auszuschmelzen, denn es schlüpfen ständig neue Bienen.

Das Institut in Celle hat eine ähnliche Methode. Dort werden allerdings die verdeckelten Brutwaben gesammelt und in mehrere Beuten auf einem anderen Stand gehängt. Die Bienen können somit nach und nach schlüpfen und werden sofort behandelt (Bienenwohl oder Ähnlichem). Damit könnte man das Bienenmaterial retten.
Vernichtet man allerdings die gesamte Brut, stellt das für das einzelne Volk überhaupt kein Problem dar, weil die Königin sofort mit dem Brutgeschäft beginnt und die Winterbienen ja ohnehin erst im Juli und August produziert werden. Ich glaube sogar, dass es besser ist, die Brut zu vernichten, denn nur dann sind im Winter keine parasitisierten, von der Varroa angestochenen Bienen im Bienenstock. Die Bienen sind daher langlebiger und vitaler. Ebenso gibt es im Winter kaum Totenfall.

Praktische Durchführung:

  1. Neue Bienenbeute bestehend aus Boden, Zarge mit 10 Mittelwänden, Leerzarge, Deckel herrichten.
  2. Bienenvolk absperren und wegstellen.
  3. Neue Beute auf Platz von Bienenvolk stellen (Besser wäre es, den alten Beutenboden zu verwenden, da es dann kein Geruchsproblem beim Einfliegen der Bienen gibt).
  4. Wabe für Wabe in die neue Beute kehren, dabei dient die 2. Zarge (Leerzarge) als Trichter, damit keine Bienen danebengekehrt werden.
  5. Nach letzter Wabe Leerzarge entfernen und Deckel vorsichtig aufsetzen.
  6. Nach Abkehren des letzten Volkes sofort alle Völker füttern. Beim Füttern nicht zu viel Futter auf einmal anbieten, damit die Königin genug Platz behält, um ihrem Brutgeschäft nachzugehen.
  7. Herausgenommene Brutwaben entweder sofort schwefeln oder im Dampfwachsschmelzer ausschmelzen. Unterbleibt das, bekommt man Probleme mit den ständig schlüpfenden Bienen und das sind nicht wenige.
  8. Herausgenommene Honigwaben ausschleudern.
  9. Nach einigen Tagen, jedenfalls solange noch keine verdeckelte Brut vorhanden ist, mit Oxalsäure (verdampfen), Milchsäure oder mit Bienenwohl die Völker behandeln. Danach sollte weitgehende Varroafreiheit herrschen.
  10. Sicherheitshalber Ende November (wenn keine verdeckelte Brut mehr drinnen ist) nochmals mit OS, MS oder Bienenwohl behandeln um Reinfektionen zu beseitigen.

Keinesfalls in der neuen Beute, in welche die Bienen gekehrt werden, ausgebaute Waben und Mittelwände mischen, denn die Bienen würden nur auf den ausgebauten Waben weiterbauen und die Mittelwände wirkten wie Trennschilde. Daher kommt auch der Ausdruck, dass die Bienen im Herbst auf eingehängten Mittelwänden "kalt sitzen". Das passiert wirklich nur, wenn man mischt. Haben die Bienen allerdings nur Mittelwände zur Verfügung, bleibt ihnen nichts anderes übrig als diese auszubauen und es gibt überhaupt kein Problem.


 
© Copyright by Imkereibedarf Schittenhelm Ges.m.b.H. 2001-2020, alle Rechte vorbehalten. Irrtum und Preisänderungen sowie Änderungen in der Artikelverfügbarkeit vorbehalten.
Kontakt | Impressum | Datenschutzerklärung | hosting by intellihost.at
Parse Time: 1.338s