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Königinnenzucht - Grundlagen


Zucht

Zucht = Planmäßige Vermehrung von Tieren mit erwünschten Eigenschaften, bei gleichzeitigem Ausschluss von Tieren mit unerwünschten Eigenschaften von der Vermehrung. Alles Andere ist lediglich Vermehrung.
Wenn man 20 Bienenvölker besitzt und bewusst nur von 5 Völkern weitervermehrt, könnte man schon von Zucht sprechen, da es ja einen Grund haben muss, warum die anderen 15 Völker ausgeschlossen werden.
Königinnenzucht bedeutet allerdings bewusste Vermehrung aus der Made.
Am Besten ist es, gleich auf die geforderte Leistung zu züchten und dabei das Warum zu vergessen. Dazu ein Beispiel:
Große Bienen können logischer Weise mehr Honig geben als kleinere, weil ihre Honigblasen größer sind und daher mehr Honig fassen können. Es ist aber trotzdem nicht sinnvoll nur große Bienen zu züchten, denn es wäre Möglich, dass die Königin zu wenig Brut hat und dann wäre der Erfolg schon wieder kompensiert.
Daher beim Züchten gleich auf Honigleistung selektieren, dann werden die Bienen wahrscheinlich auch größer und die Brutleistung der Königin stimmt auch.

Durch geschlechtliche Vermehrung ist keine genetische Gleichheit zu erzielen (siehe Mendelsche Gesetze). Selbst 2 Bienen können nicht gleich sein, aber man kann auf fast gleich züchten. Genetische Vielfalt ist viel anpassungsfähiger als z.B. Einzeller, welche durch Zellteilung (Abspaltung) immer wieder das gleiche, nicht anpassungsfähige, einzellige Lebewesen hervorbringen. (Beim Steckling wird genauso genetische Gleichheit erzielt, weil man hier von Abspaltung ausgehen kann)

Zuchtziel

Zuchtziel = möglichst hoher wirtschaftlicher Ertrag bei möglichst geringem Aufwand.

Wege zum Zuchtziel:

  1. Selektion
  2. Leistungsprüfung
  3. Gezielte Anpaarung

Selektion: Hauptsächlich auf Honigleistung

Überlegungen zur Königinnenzucht:
Das Wissen über Zuchttechniken bringt lediglich Zufallsprodukte. Erst theoretisches Wissen über Vererbungslehre, Zuchtauslese, etc. hilft, einwandfreie und leistungsfähige Königinnen zu produzieren. Königinnenzucht hat nur Sinn, wenn man leistungsmäßig überlegene Königinnen züchtet. Nur aus Schwarmzellen weiterzuvermehren erhöht auch den Schwarmtrieb!

Mutation und Auslese kann neue Arten hervorrufen.
In der Genforschung gilt ein Grundsatz: Alles was einmal gedacht wird, kommt - wenn es technisch machbar ist - sicher!
Man könnte theoretisch Geninformationen zwischen einzelnen Lebewesen frei austauschen. Lediglich technisch machbar ist das noch nicht. Es ist allerdings nur mehr eine Frage der Zeit.

Historische Entwicklung

Aristoteles: Fötus entsteht aus Samen. Daraus ist ersichtlich, dass Wissenschaft durch die Gesellschaft bestimmt war. Das höchste war damals der Mann und es kann doch nicht sein was nicht sein darf.

"Versehen": Aberglaube, wie z.B. Schwangere darf nicht auf Friedhof gehen, um dem Fötus nicht zu schaden.

Telegonie - Fernwirkung: Straßenköter verdirbt Rassehündin auf Dauer. (ist wissenschaftlicher Blödsinn, da Spermien nach 48 Stunden absterben).

Lamark (1744 - 1829): Vererbung erworbener Eigenschaften (kann leicht widerlegt werden: Wenn man Mäusen immer wieder den Schwanz abhackt, wird auch in 1000 Jahren keine Maus ohne Schwanz auf die Welt kommen).

Darwin: Grundsatz der natürlichen Auslese (nur durch Auslese kann jedoch keine neue Art geschaffen werden. Es können lediglich Eigenschaften gefestigt werden).

Mendel (1822 - 1884): Correns, Tschermak, De Vries > Mutationsforschung. Mutation und Auslese gemeinsam können neue Arten hervorrufen.

Vererbung:

  • Zellkern (Erbinformation)
  • Chromosomen (höchste Erbinformation)
  • Gene (Träger der Erbinformation. Treten wie Chromosomen paarig auf. Jedes Gen ist Auslöser für ein erbliches Merkmal.
  • Zelle Chromosomensatz Diploid 32 Chromosomen (Königin, Arbeitsbiene)
    Reifungsteilung (Meiose): Bei der Reifungsteilung müssen die 32 Chromosomen jeder Zelle auf die Hälfte ausgelesen werden, damit nach der Paarung die entstehende Zelle wieder nur 32 Chromosomen hat. (Und nicht 64!)
  • Gameten (Ei-Samenzelle) Chromosomensatz Haploid (Drohn)
    Jungfernzeugung (Partenogenese): Das Ei wächst ohne Befruchtung und wird Drohn (Ei hat als Haploid nur 16 Chromosomen). Es gibt keine Reifungsteilung, da mit 16 Chromosomen nur halber Chromosomensatz vorhanden ist und nichts ausgelesen werden muss. Die Samenzellen haben daher alle dasselbe Erbgut. In allen Samenzellen sind die gleichen 16 Chromosomen enthalten, wie der Drohn in seinen Zellen hat.

Auch wenn die Drohnen unterschiedlich sind, so haben doch alle Drohnen in einer Zucht die gleichen Erbinformationen, die sie weitergeben. Daraus ist ersichtlich, dass die Drohnenzucht den Zuchterfolg maßgeblich beeinflusst!

Die Gesamtheit aller Erbanlagen eines Tieres nennt man Erbgut. Vererbung ist die Weitergabe des Erbgutes an die Nachkommen (bei der geschlechtlichen Vermehrung werden nur 50% weitergegeben = Meiose). Bei der Zucht muss man darauf schauen, dass nicht nur einmal ein gutes Tier entsteht, sondern man muss laufend selektieren (pro Vermehrung werden nur 50% weitergegeben; 2.Generation 25%, 3.Generation 12,5%, ab 5.-6. Generation ist erwünschtes Merkmal weg).

Genwirkung:
1 Genpaar - 1 Merkmal (selten)
1 Genpaar - viele Merkmale (öfter) ... z.B. Albinismus
Viele Genpaare - 1 Merkmal (häufig) ... z.B. Honigleistung (ist die häufigste Ursache für Zuchtergebnisse, aber am schwierigsten zu erreichen, da sehr viele Faktoren 1 Ergebnis beeinflussen)
Genpaar = 1 Gen von Mutter + 1 Gen vom Vater (Genpaar bestimmt Merkmale)

Reinerbig: Tiere, die zumindest in einem wesentlichen Genpaar die gleichen Erbanlagen besitzen. Solche Tiere haben vom Vater und von der Mutter das gleiche Gen erhalten.
(z.B.: Gen "W" =weiße Augen (beim Drohn) ... Genpaar WW (W von Vater und W von Mutter)
Den höchsten Grad an Reinerbigkeit erhält man nur durch die Inzucht. Reinzucht ist die Zucht von einer Rasse (z.B. Carnica).

Gemischterbig: Tiere, die in keinem wesentlichen Genpaar die gleichen Erbanlagen besitzen.
(z.B.: Gen "W" =weiße Haarfarbe, Gen "S" =schwarze Haarfarbe ... Genpaar WS)
Gemischterbigkeit erhält man durch Kreuzungszucht.

Sowohl Inzucht als auch Kreuzungszucht haben Vorteile, daher werden beide Verfahren gemeinsam angewendet, um ein optimales Produkt zu erhalten.

Linie besagt lediglich, dass die Rassenmerkmale eher weitergegeben werden (trifft lediglich Aussage, dass in der Zucht nahes Verwandtschaftsverhältnis herrschte - fast nur durch künstliche Besamung zu erreichen).


Vererbungslehre

Intermediärer Erbgang: Väterliches und mütterliches Merkmal mischen sich. Der Merkmalswert der ersten Nachkommensgeneration liegt genau zwischen dem väterlichen und dem mütterlichen Merkmalswert.

Dominanter Erbgang: Ein herrschendes (dominantes) Merkmal überdeckt ein weichendes (rezessives) Merkmal. Der dominante Erbgang ist für die Zucht sehr problematisch, da nicht genau gesagt werden kann ob z.B. dominant weißes oder reinrassig weißes Pferd für die Zucht verwendet wird.

Überdominanter Erbgang: Merkmalswert der Nachkommen liegt über jenem beider Eltern.

Rezessive Gene: z.B.: Albinismus; oder: 2 Apfelschimmel zeugen z.B. einen Rappe. Nach der Vererbungslehre dürfte das zwar nicht passieren, aber die Wirkung der rezessiven Gene macht diese Ausnahme von der Regel möglich.
Die Erbinformation kann man nicht sehen nur die Auswirkungen (Honigleistung...).


Grundlagen für die Selektion

Phänotyp (Erscheinungsbild) = Genotyp (Summe der Erbanlagen) + Umwelt.
Der Phänotyp ergibt sich aus dem Genotyp unter dem Einfluss durch Umweltbedingungen. Man kann den weitgehend gleichen Phänotyp durch mehrere verschiedene Genotyp -Umweltverhältnisse erreichen. Das genotypisch bessere Tier ist bei jeden Umwelteinflüssen besser als das genotypisch schlechtere. Wenn die Umweltbedingungen annähernd gleich sind und trotzdem Unterschiede bei den Völkern herrschen, kann das nur aus unterschiedlicher Vererbung herrühren; Das genetisch beste Tier muss in allen Lebenslagen das beste sein, sonst kann man nicht vom genotypisch besten sprechen. Stellt man die Bienen nur in beste Trachtbedingungen, kann nur mehr von Umweltselektion gesprochen werden, da die genotypischen Vorzüge nicht so zum Tragen kommen.
Der Genotyp ändert sich durch die Umwelt nicht - er kann jedoch nur durch die Umweltbedingungen sichtbar gemacht werden. Der Genotyp ist keine messbare Größe, er ist nur schätzbar. Bei der Vererbung wird nur die Summe der Erbanlagen (Genotyp) - nicht das Erscheinungsbild vererbt!
Blender in der Bienenzucht haben zwar das gewünschte Erscheinungsbild, geben diese Information aber nicht in die nächste Generation weiter.


Mendelgesetze

Gleichheitsregel: Bei Kreuzung reinerbiger Elterntiere entsteht in der 1. Tochtergeneration (F1) eine gleichwertige Nachkommenschaft.

Beispiel: (Groß geschrieben dominant, klein geschrieben rezessiv)

Dominanter Erbgang | Intermediärer Erbgang
Genpaar:  
S=SCHWARZ
  | Genpaar:  
S=SCHWARZ
 
Haarfarbe:  
w=weiß
  | Haarfarbe:  
w=weiß
 
Eltern:
SS
x
WW
| Eltern:
SS
x
WW
 
reinerbig
 
reinerbig
|  
reinerbig
 
reinerbig
 
dominant
 
rezessiv
|  
dominant
 
dominant
F1:  
Sw
  | F1:  
SW
 
   
Schwarz
  |    
Grau
 
   
gemischterbig
  |    
gemischterbig

Spaltungsregel: Bei Kreuzung reinerbiger Eltern spalten die elterlichen Anlagen in der 2.Tochtergeneration (F2) wieder rein auf. Dabei treten ganz bestimmte Zahlenverhältnisse auf.

Beispiel: (Groß geschrieben dominant, klein geschrieben rezessiv)

Dominanter Erbgang | Intermediärer Erbgang
F1:      
Sw
      | F1:      
SW
     
       
Schwarz
      |        
Grau
     
       
gemischterbig
      |        
gemischterbig
     
Eltern:  
Sw
 
x
 
Sw
  | Eltern:  
SW
 
x
 
SW
 
F2:
SS
 
Sw
 
wS
 
ww
| F2:
SS
 
SW
 
WS
 
WW
 
rein
 
gem
 
gem
 
rein
|  
rein
 
gem
 
gem
 
rein
=
S
 
S
 
S
 
W
| =
S
 
G
 
G
 
W
 
75%
 
75%
 
75%
 
25%
|  
25%
 
50%
 
50%
 
25%

Beim dominanten Erbgang kann ein gewisses Zuchtziel nicht erreicht werden, weil die Chance ein reinerbiges Ausgangsmaterial zu erwischen 1:2 beträgt. Augenscheinlich haben 75% der Ausgangstiere das gewünschte Merkmal, aber nur die Hälfte davon kann das rein weitergeben.
Beim intermediären Erbgang wird das Zuchtziel sicher erreicht. Es haben zwar nur 25% der Tiere die erwünschten Merkmale, aber von denen sind alle reinerbig.

Unabhängigkeitsregel: Die elterlichen Anlagen vererben sich unabhängig voneinander, sofern sie nicht im gleichen Chromosom liegen.

Beispiel: Farbe und Leistung sind völlig unabhängig voneinander. Aus der Farbe (Filzbinden, Panzer) kann man nicht auf die Leistung schließen!
Wenn man 10 Merkmale verändern will: Bei n Genpaaren (Merkmal) ergeben sich: n=10
2 hoch n Phänotypen = 1024 Möglichkeiten als Ergebnis
3 hoch n Genotypen = 59049 Möglichkeiten als Ergebnis
4 hoch n Kombinationsmöglichkeiten = 1048576 Möglichkeiten als Ergebnis
Schlussfolgerung: Wer alles erreichen will, wird nichts erreichen, denn es ist dann eher dem Zufall überlassen, welches Ergebnis aus der Zucht entsteht! Gemeint ist damit, dass man sich vorrangig auf 1 Zuchtziel (Honigleistung) konzentrieren soll. Andere Merkmale verändern sich dadurch zwangsläufig, wie zum Beispiel ein erhöhter Bruteinschlag. Wenn man allerdings auf Honigleistung, Farbe der Bienen, Größe, Sanftmut etc. züchten mag, dann trifft das vorher beschriebene ein, wonach ein sicheres Ergebnis nicht mehr gewährleistet ist.

Zu beachten in der praktischen Zucht
Phänotyp und Genotyp müssen nicht übereinstimmen. Das heißt: Leistung ist nicht unbedingt vererbbar!
Auslese, Königinnenzu- und Verkauf ändern das Erbgut der Population! (In kleinen Betrieben kann man sich die Auslesearbeit eines großen Betriebes durch Zukauf einer Reinzuchtkönigin zunutze machen und davon weiterzüchten)
Je länger in eine Richtung (Honigleistung) gezüchtet wird, umso sicherer vererben sich die erzüchteten Anlagen.
Bei Kreuzungen (auch Linien innerhalb der Rasse) erhält man in der F1 nur Scheinerfolge. Aufspaltung in der F2!
Umwelt ändert Erbanlage nicht!
Erfolg der Zucht zeigt sich nicht bei guten Einzelvölkern, sondern in der guten Vererbung.
Erfolg beruht auf der Zielstrebigkeit, mit der das Zuchtziel verfolgt wird.
In der Zucht gibt es keine Sicherheiten sondern nur Wahrscheinlichkeiten.

 


 
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